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Status: aktiv

Alter: 40 Jahre
Volk: Mensch
Klasse: unbekannt
Geschlecht:
 
Zuletzt gesehen: 30.01.2026 21:10
 
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Beschreibung:

Eine Chronik ohne Heiligenlicht

Es gibt Menschen, die nie eine Krone tragen – und doch Spuren hinterlassen, tiefer als mancher Herrscher.
Suesann Knox ist eine von ihnen.

Sie ist kein Lied, das man in Tavernen singt.
Kein Banner, unter dem man marschiert.
Kein Name, den Priester segnen.

Sie ist eine Frau, die zu lange dort stand, wo Ordnung zur Ausrede wird und Recht zur Keule.
Und sie hat früh begriffen, was viele nie lernen:
Überleben ist keine Tugend. Es ist eine Entscheidung.

Herkunft – oder das bewusste Schweigen darüber

Über Suesanns frühe Jahre weiß man wenig, und das ist kein Zufall.
In Alathair ist Herkunft selten Geschenk. Meist ist sie Last.

Sie hatte keinen Namen, der Türen öffnete.
Keinen Stand, der sie schützte.
Keine Familie, auf die man sich berufen konnte.

Herkunft, so lernte sie, ist entweder ein Schild – oder eine Kette.
Sie trug keines von beidem.

Also wurde sie beweglich.

Sie wuchs in einer Welt auf, in der man schneller lernt, sich selbst zu versorgen, als zu hoffen. Wo Hunger ehrlicher ist als Versprechen und ein Dach über dem Kopf mehr zählt als Moralpredigten. Noch bevor sie wusste, was Loyalität wirklich bedeutet, verstand sie bereits den Wert eines scharfen Blicks, einer ruhigen Stimme und der Fähigkeit, zur richtigen Zeit zu verschwinden.

Die Jahre als Söldnerin – ohne Romantik

Sue wurde Söldnerin.
Nicht aus Idealen. Nicht aus Abenteuerlust. Sondern weil die Welt bezahlt, wenn man tut, was andere nicht wollen.

Sie nahm Aufträge an, nicht Überzeugungen.
Essen, Schlafplatz, Stahl und Gold brauchen keinen Glauben.

In diesen Jahren lernte sie, dass „Ehre“ oft nur das Wort ist, das Auftraggeber benutzen, wenn sie nicht wollen, dass man Fragen stellt. Sie lernte, wie man zuhört, ohne zuzustimmen. Wie man spricht, ohne sich zu binden. Wie man tötet, ohne daraus ein Ritual zu machen.

Und sie lernte etwas Wichtigeres:
Die gefährlichsten Menschen sind nicht die Grausamen – sondern die Überzeugten.

Alexyos Rachus – Begegnung ohne Pathos

Alexyos lernte sie nicht in Eisenwart kennen.
Er begegnete ihr über die Söldnergilde.

Er war auffällig. Nicht wegen seiner Worte – sondern wegen seiner Präsenz. Er konnte kämpfen. Und wichtiger: Er konnte führen. Menschen folgten ihm, ohne dass er darum bat.

Sue erkannte das schneller als er selbst.

Sie war nie seine Untergebene.
Nie seine Rekrutin.
Nie Teil seiner späteren Struktur.

Sie war diejenige, die ihm sagte, dass er führen sollte – und warum.

Die unsichtbare Rolle – Push, Gewissen, Gegengewicht

Sue war es, die Alexyos nach vorne schob.
Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Kalkül.

Sie wusste: Ein Mann wie er wird entweder benutzt – oder er lernt, selbst zu führen. Sie entschied sich für Letzteres.

Als Alexyos später nach Eisenwart ging, ging sie nicht mit als Mitglied. Sie war keine Eisenwarterin. Sie trug kein Abzeichen, keinen Eid, keinen Titel.

Sie war an seiner Seite.Sie war nicht sein Schmuck. Sie war Teil seines inneren Gefüges.
Vertraute. Geliebte. Beraterin. Spiegel.

Sie stärkte ihn, wenn Zweifel lähmten.
Sie bremste ihn, wenn Überzeugung in Fanatismus kippte.
Sie wusste: Unantastbarkeit ist kein Schutz – sie ist der Moment, in dem niemand mehr widerspricht.

Während Männer Stärke inszenierten, organisierte Sue den Alltag. Nahrung. Abläufe. Ruhe.
Nicht aus Fürsorge, sondern aus Wissen:
Ein Heer marschiert nicht auf Idealen, sondern auf gefüllten Mägen.

Alexyos’ Verbleib ist bis heute ungeklärt.
Und Sue ist eine von denen, bei denen man nie sicher weiß, ob sie mehr weiß – oder längst entschieden hat, dass manche Wahrheiten niemandem gehören.

Und sie war sein Gewissen.

Nicht als Moralapostel. Sondern als jemand, der ihm sagte, wann Ordnung in Selbstzweck kippte. Wann Disziplin nur noch Angst war. Wann Stärke zur Pose wurde.

Sie stellte Fragen, wenn niemand sonst es wagte.
Und schwieg, wenn Schweigen klüger war.

Eisenwart – Nähe ohne Zugehörigkeit

Sue kannte Eisenwart gut.
Aber sie gehörte nie dazu.

Sie war Beobachterin, Vermittlerin, Korrektiv. Eine Frau, die Dinge klärte, bevor sie eskalierten – oder die Eskalation zumindest verstand, wenn sie unvermeidlich war.

Ihre Macht lag nicht in Befehlen, sondern im Timing.
Sie war da, wenn Entscheidungen getroffen wurden – und blieb, wenn ihre Folgen sichtbar wurden.

Feyares und die Peitsche – der Moment der Klarheit

Die Auspeitschung Feyares’ ist der Punkt, an dem man Suesann Knox begreift.

Es sollte Ordnung demonstrieren.
Ein Exempel sein.

Gregor, der Kerkermeister, genoss es.
Alexyos ließ es laufen – aus Kalkül.

Sue stand da und zählte die Hiebe.

Nicht aus Kälte.
Sondern aus Kontrolle.

Sie erkannte, was andere nicht sehen wollten:
Das Exempel war außer Kontrolle.
Gregor war kein Werkzeug mehr, sondern ein Sadist.
Und wenn Alexyos jetzt eingriff, würde er Gesicht verlieren – und später doppelt so hart zuschlagen, um es zurückzugewinnen.

Sue verstand die Mechanik hinter der Grausamkeit.
Und sie wusste:
Systeme aus Angst gebären Monster, die sich selbst Ordnung nennen.

Streitlust und Lebensdurst

Sue ist lebensfroh.
Nicht naiv – entschlossen.

Sie lacht, weil sie weiß, wie schnell alles endet.
Sie streitet, weil sie nie gelernt hat, sich klein zu machen.
Sie bleibt neutral, nicht aus Güte, sondern aus Weigerung, sich von fremden Ideologien verheizen zu lassen.

Gefährlich ist sie nicht wegen ihrer Klinge.
Sondern weil sie weiß:

wie man lügt, ohne zu blinzeln
wie man zuhört, ohne sich zu verkaufen
wie man aushält, ohne zu zerbrechen
wie man zuschlägt, ohne es zu genießen

Schuld, Gewalt und der Wandel

Banküberfälle. Sabotage. Spionage. Mord.
Für Sue war das einst Teil des Spiels.

Nicht, weil sie grausam war – sondern weil Gewalt in ihrer Welt Währung ist.
Sie tat, was funktionierte. Ohne es zu heiligen. Ohne es zu lieben.

Doch mit den Jahren kam die Leere.

Heute ist Töten für sie kein Werkzeug mehr, sondern ein Zeichen des Scheiterns.
Ein Beweis, dass keine bessere Lösung gefunden wurde.

Sie ist älter. Ruhiger. Präziser.
Nicht weich.

Sie versucht, sich von Betäubung zu lösen – vom Rauch, vom Rausch –, weil sie erkannt hat, dass auch das nur ein Käfig ist.

Götter – und ihre Verachtung

Sue glaubt nicht an Götter.
Nicht aus Trotz. Aus Überzeugung.

Wer einen Gott braucht, um Verantwortung abzugeben, hat bereits verloren.
Bestand wird nicht geschenkt. Er wird genommen – oder erarbeitet.

Könige, Priester, Götter:
Alles nur andere Namen für Macht.

Heute – was sie sucht

Suesann Knox sucht keinen Ruhm.
Keine Absolution.
Keine Heimkehr.

Sie sucht Bestand.

Einen Platz, der nicht täglich seine Regeln ändert.
Ein Leben, das mehr ist als bloßes Überleben.
Wurzeln, gesetzt zu ihren Bedingungen.

Sie ist neutral – aber nicht passiv.
Und sie lässt sich nichts sagen.
Nicht aus Trotz.
Sondern weil sie zu oft gesehen hat, wohin Gehorsam führt.