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(offline)


Status: aktiv

Alter: 21 Jahre
Rasse: Mensch
Klasse: Metallarbeiter
Geschlecht:
 
Das letzte Mal online im Status:
19.10.2019 - 00:24
 
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Charbeschreibung:

Leetha wuchs abseits eines kleinen Dorfes bei ihrem Vater Loenidas auf. Dieser war Hufschmied, kein miserabler, aber viele waren nicht immer zufrieden mit seiner Arbeit. Er versoff das wenige Geld, welches sie hatten, im Gasthof des Dorfes. Ihre Mutter kannte sie nicht und Loenidas sprach nie mit Leetha über sie. Sie verließ ihren Mann kurz nach Leethas Geburt. Gerüchte machten schnell die Runde, dass sie mit einem Anderen, Leethas leiblichen Vater, durch brannte.

Schon als kleines Kind wurde Leetha mit diesen Gerüchten konfrontiert. Kinder! Oft grausamer als die Wirklichkeit. Je älter Leetha wurde, um so schlimmer wurden die Hänseleien. Oft saß sie weinend in ihrem Strohbett bis ihr Vater spät Nachts nach Hause kam – betrunken. Schnell schluckte sie ihren Kummer hinunter, denn sie wollte nicht, dass ihr Vater sich Sorgen machte. Sie liebte ihn, trotz seiner Fehler. Er schlug sie nie, er war nie aggressiv wenn er getrunken hatte – aber … er bekam sein Leben nicht in den Griff. Oft musste Leetha hungrig zu Bett gehen, da kein Geld mehr für etwas zu Essen im Haus war. Zwar ging Leetha immer wieder in den Wald um Beeren und Wurzeln zu suchen, jedoch reichte dies meist nicht aus ihren Hunger zu stillen.

Nach und nach verstand Leetha immer mehr, was die Leute im Dorf damit meinten, wenn sie sagten, ihre Mutter sei ein Männer fressendes Weib gewesen, dass sich jeden Mann holte, der nicht bei drei auf einem Baum flüchtete. Ein Bastard sei sie, die Tochter einer Hure.

Leetha kapselte sich gänzlich vom Dorfleben ab. Sie mied die anderen wo es nur ging. Sie war es Leid beschimpft und gedemütigt zu werden.

~~~~~~~~~~

Dieser Krieg, sagt man, dauert hundert Jahre …

Er unterscheidet sich nicht sonderlich von dem, der ihm vorausging …

nicht mehr als dem, der ihm folgen wird …

Wie Hagel oder wie die Pest stürzt sich der Krieg auf das Land, wenn man ihn am wenigsten erwartet … wenn die Kornähren schwer und die Mädchen hübsch sind …

~~~~~~~~~~

Mit 14 Jahren, kurz vor dem Sonnwendfeuer, ging Leetha wieder einmal in den Wald um für sich und ihren Vater etwas Essbares zu suchen. Da vernahm sie das Knacken von Ästen auf der anderen Seite des Baches. Erschrocken wirbelte Leetha herum. Sie erblickte Lucius, einem Jungen in ihrem Alter. Er war der Mädchenschwarm und auch Leetha gefiel er, obwohl er, wie alle anderen, sie stets wegen ihrer Mutter aufzog und beleidigte. Da stand er nun, an einem Baum gelehnt, die Hände hinter dem Rücken und auf einem Grashalm kauend.

 

Sie an, die Leetha! Hast du jetzt Angst vor dem Vaterland?“, fragte Lucius amüsiert über ihr Erschrecken.

 

Du musst schon unheilbar krank sein, dass du die Erinnerung an meinen Namen wiedergefunden hast!“, fauchte Leetha ihn an, „Bastard! Hexe, die man steinigt, wenn man sie ertappt, um sie über das Öd- und Ackerland zu hetzen! … ist es nicht so?!“

 

Ganz ruhig, Leetha!“, versuchte Lucius sie zu beschwichtigen, „Dein Vater und du, ihr seid anders, als die anderen! Und dann deine Mutter, die deinem Vater übel zugespielt hat. Und du lässt dich nie im Tempel blicken. Das gibt Gesprächsstoff, meinst du nicht …?“

 

Überarbeite deine Predigt noch mal! Und falls du noch mehr zu sagen hast: Mach voran, aber bleib, wo du bist!“, Leetha blieb misstrauisch.


Während sich beide unterhielten ging Lucius weiter den Bach entlang. Leetha folgte ihm unbewusst.


Der Krieg ist überall, weißt du?“, fuhr Lucius fort, „Die großen Nationen breiten sich immer mehr aus. Man hat bereits Soldaten gesehen, höchstens einen Tagesmarsch entfernt … Die Jungen und Mädchen sind der Meinung, dass es wohl an der Zeit wäre untereinander Frieden zu schließen. Also … da wir heute abend die Sonnwende feiern, würden wir uns freuen, wenn du auch kommst und mit uns um Feuer tanzt!“


Lucius blieb bei einem gestürzten Baum stehen, der eine natürliche Brücke über den Bach bildete.


Spaß um des Spaßes willen, Lucius … ich ziehe die Schottersteine vor!“, antwortete Leetha bissig, noch immer misstrauisch.


Und das hier?“, Lucius zog einen Blumenkranz hinter dem Rücken hervor, „Nennst du das auch Spaß?! Ich habe ihn für dich gemacht, in der Hoffnung, dass du kommst.“


Leetha staunte nicht schlecht. Der Blumenkranz war wirklich prächtig, so farbenfroh … und mit einem Schleifchen. Lucius hatte sich wirklich Mühe damit gemacht.


Für … für mich?“, fragte Leetha überrascht, „Wirklich?“


Ein Lächeln huschte über Leethas Gesicht. Hatte sie sich doch genau dies schon immer gewünscht.


Ja, hier!“, Lucius streckte ihr den Kranz entgegen, „Hol ihn dir ...“


Freudig hüpfte Leetha auf den Baumstamm, der über dem Bach lag. Leichtfüßig tänzelte sie darauf Lucius entgegen, ihr Herz schlug aufgeregt vor Glück.


Als sie ungefähr die Mitte des Stammes erreicht hatte, bückte sich Lucius, packte die Wurzeln des Baumes, drehte und rüttelte ihn. Völlig überrascht verlor Leetha das Gleichgewicht und landete mit einem Aufschrei im Wasser. Als sie den Kopf aus dem kühlen Nass wieder erhob und nach Luft rang, hörte sie auch schon das Lachen. Es war das Lachen von vielen. Die anderen Jungen und Mädchen des Dorfes kamen nun aus ihrem Versteck. Sie lachten und zeigten mit ihren Fingern auf Leetha.


So was! Die Hurentochter wäscht sich!?“, spottete einer der Jungen.


Von wegen! Sie versucht bloß, ihr Ungeziefer zu ersäufen!“, fügte Mariotte hochnäsig hinzu, während sie sich neben Lucius gesellte.


Auf jedenfalls wird sie uns den Bach verpesten!“, meinte ein anderes Mädchen.


Während Lucius Mariotte den Blumenkranz aufsetzte, sprach Lucius mit gespielt entrüsteter Stimme: „Habt ihr das gesehen? Sie hat sich lieber in die Fluten gestürzt, statt meinen Kranz anzunehmen. Wie muss sie uns hassen!!!“


Leetha stand bis zu zum Bauch im Wasser, noch immer nach Luft ringend und starrte die anderen ungläubig an, bis einer der Jungen einen Stein aufhob und nach ihr warf.


Ins Feuer … mit der Hexe!“, rief er.


Die anderen Jungen und Mädchen taten ihm gleich und bewarfen Leetha mit Steinen und Dreck.


Auf den Scheiterhaufen!“


Nackt!“


Tot der Hexe!“


Auf sie!“


Leetha rannte um ihr Leben. Sie rannte im Bach so lange bis sie sicher außer Reichweite der anderen wähnte und vor Erschöpfung am schlammigen Ufer zusammenbrach.


Krepiert!“, hauchte sie voller Hass, „Krepiert alle!“


Dann schlief sie ein.


Leetha wusste nicht, wie lange sie dort lag, aber es dämmerte bereits als eine derbe Männerstimme sie weckte.


He, Frauenzimmer! Kennst du ein Dorf in der Nähe, wo tapfere Soldaten Wein und etwas Jungfräuliches finden können …? Aber etwas weniger verdreckt, als du es bist! Dann bräuchten wir dich nicht erst zu säubern ...“


Leetha reagierte kühl und ohne zu zögern: „Gebt Euch nur keine Mühe mit mir, mein Herr! Ich bedecke mich mit Schlamm, um eine gräßliche Hautkrankheit zu heilen … Geht lieber ins Tal! Dort findet ihr ein Dorf, wo man sich gern mit Fremden amüsiert!“


Gut drei Dutzend Soldaten machten sich auf den Weg …


Dieser Krieg, sagt man, dauert hundert Jahre …

Er unterscheidet sich nicht sonderlich von dem, der ihm vorausging …

nicht mehr als dem, der ihm folgen wird …

Wie Hagel oder wie die Pest stürzt sich der Krieg auf das Land, wenn man ihn am wenigsten erwartet … wenn die Kornähren schwer und die Mädchen hübsch sind …


Leetha ging zurück zum Haus ihres Vaters, welches weit abseits des Dorfes lag.


Wo warst du so lange?“, fragte er sie, „Ich habe mir Sorgen gemacht!“


Leetha lächelte ihn nur an, glücklich darüber, dass er heute nicht ins Gasthaus des Dorfes ging. Doch das schlechte Gewissen war ihr anzusehen. Und letztendlich erzählte sie ihrem Vater, was sie zu den Soldaten gesagt hatte.


Das hast du getan!?“, fragte er entsetzt, „Kleine Närrin! Es ist das Unheil, welches du da furchtlos über unsere Erde verstreut hast!“


Die Soldaten suchten wohl nur eine Nachtquartier, Vater!“, versuchte sie sich zu rechtfertigen, „Sie sahen nicht schlechter aus als die meisten Leute in unserer Umgebung.“


Nimm die Abkürzung durch den Wald!“, forderte er Leetha vorwurfsvoll auf, „Die Soldaten sind bepackt und träge … Vielleicht kommst du noch rechtzeitig, damit sie sich in Sicherheit bringen können.“


Als er sie zur Tür hinaus schubste fügte er noch hinzu: „Wenn man sie durch deine Schuld umbringt, kehre nie mehr in dieses Haus zurück! Du wirst verflucht sein!“


Leetha rannte hinaus in die Dunkelheit, bei sich denkend: „So ein Unsinn! Sie würden das Dorf auch ohne mich gefunden haben! Sie waren auf dem Weg ...“


In der Ferne heulten Wölfe auf und unterbrachen ihre Gedanken für einen Augenblick.


Nein, nur um zehn Hühner, fünf Schweine und drei sogenannte Jungfrauen zu retten, werfe ich mich nicht den Wölfen zum Fraß vor ...“


Leetha kletterte auf einen Baum und verbrachte dort schlafend die Nacht.


Am nächsten Morgen, der Frühnebel hatte sich noch nicht verzogen, machte sie sich weiter auf dem Weg. In der Ferne sah sie das Dorf im Tal liegen.


Alles ist ruhig. Die Feiglinge haben wohl die Flucht ergriffen und trauen sich nicht mehr nach Hause.“


Leetha rannte ins Dorf, die Straße war leer. Nur eine aufgeschreckte Gans lief ihr über den Weg.


Gack! Gack! … Hahaha!“, lachte Leetha, „Alles, was noch da ist, gehört miiiir!!“


Dann erblickte Leetha den Blumenkranz mitten auf der Straße liegen. Er war unversehrt. Mit einem Lächeln setzte sie ihn auf.


Zum Dämon, wenn ich bei Mariotte keinen Spiegel finde!“, fluchte sie gespielt entrüstet vor sich hin, „Sie ist ja immer so herausgeputzt wie eine Prin ...“


Als sie die Türe zu Mariottes Haus öffnete stockte ihr der Atem. Mit weit aufgerissenen Augen blieb sie wie erstarrt an der Türschwelle stehen. Entsetzt lief sie weiter zum nächsten Haus – der selbe grausame Anblick. Das ganze Dorf – tot. Nicht eine Seele überlebte.


Leetha kehrte nie mehr zu ihren Vater zurück. Viele Wochen wanderte sie umher, mied jede Ansiedlung. Erst langsam traute sie sich wieder unter Menschen. Als wandernde Kesselflickerin verdiente sie sich dann die nächsten Jahre ihren Unterhalt. Bis sie eines Tages entschloss ein neues Leben anzufangen und mit einem Schiff einer hoffentlich besseren Zukunft entgegen segelte ...