Nicht jeder Mensch ist an dem Ort daheim, an dem er geboren ward. Jenseits der Grenze liegt ein Reich, das hart ist im Gesetz und kalt im Herzen – und manch einer trägt dessen Schatten noch lange auf den Schultern.
Für solche Seelen besteht unsere Gemeinschaft. Wir sind jene, die den Blick über die Grenze nicht scheuen, und die Hand reichen, wo andere abwenden. Wer Alatarien den Rücken kehrte, wer auf der Flucht ist oder den Mut fand, ein neues Leben im Lichten Reich zu beginnen, der findet bei uns Rat, Schutz und ein offenes Ohr.
Wir bieten vorübergehende Zuflucht, Hilfe bei der Eingliederung und Beistand im Umgang mit Kirche, Kloster, Obrigkeit oder Regiment. Wir kennen die Wege, die Prüfungen und den Preis des Übergangs – und wissen, dass er schwer, doch nicht unüberwindbar ist.
Auch jenen stehen wir offen, die Bande in die alte Heimat nicht gänzlich lösen können oder wollen. Briefe, Botschaften und Gerüchte finden ihren Weg, wo offene Worte versagen. Händler, Schmuggler und Suchende besonderer Waren mögen bei uns Gleichgesinnte finden – denn manches Gut überquert die Grenze leiser als ein Heer.
Wir erheben keinen Anspruch auf Macht und kein Banner über fremden Boden. Stattdessen suchen wir die Zusammenarbeit mit Kirche Temoras und den rechtmäßigen Institutionen des Lichten Reiches, um Vertrauen zu wahren und Ordnung zu achten.
Unsere Gemeinschaft ist kein Bund des Blutes und keine Familie im Namen. Jeder, der den rechten Glauben achtet und den Willen trägt zu helfen, kann bei uns verweilen – sei es auf Zeit oder für länger. Niemand ist gebunden, niemand gehalten, der seinen eigenen Weg gehen will.
Wir sind kein Ziel. Wir sind ein Übergang.
Wer sucht, der frage. Wer zweifelt, der trete näher.
Die Tür steht offen – doch sie schließt leise.
„Immer ein Blick über die Schulter.“
