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Goldenes Handwerk zu Bajard [GHB] GHB

Gildenleiter: Xaver Anton Rotbaum (offline)


Farbe: unbekannt

Vollmitglieder (2):

Anne Twiesl (offline)
Serelithandra Dornfels (offline)
Beschreibung:

Im gesegneten Lande Gerimor, dort, wo sanfte Hügel sich unter einem weiten Himmel erstrecken und die Felder in goldenen Wogen dem Wind entgegenrauschen, liegt das beschauliche Handwerkerdorf Bajard. Ein Ort ehrbarer Arbeit, fleißiger Hände und schlichter Freuden.
Zu jeder Jahreszeit zeigt Bajard ein anderes Antlitz. Im Frühling schmücken bunte Blüten die Wege zwischen den Fachwerkhäusern, und der Gesang der Vögel erfüllt die frischen Morgenstunden. Im Herbst ziehen würzige Düfte von Holzrauch und frisch geerntetem Korn durch die Gassen, während rotgoldene Blätter über die Dorfpfade tanzen. Im Winter legt sich ein stiller Schleier aus Schnee über Dächer und Felder, und aus den Fenstern der Werkstätten schimmert warmes Licht hinaus in die kalte Nacht.

Doch am prächtigsten erscheint Bajard im Sommer. Dann stehen die Wiesen in sattem Grün, durchzogen von wilden Blumen in allen Farben. Die Obstbäume tragen schwere Früchte, und von den Feldern klingt das ferne Lachen der Bauern bei ihrer Arbeit herüber. Die Luft ist erfüllt vom Duft frisch gesägten Holzes, gegerbten Leders und blühender Kräuter. In den langen Abendstunden verweilen die Dorfbewohner vor ihren Häusern, erzählen Geschichten oder betrachten die untergehende Sonne, die die Dächer des Dorfes in goldenes Licht taucht. Dann scheint es, als läge ein besonderer Segen über Bajard.

In eben einer solchen Sommerzeit geschah es, dass sich sieben Gleichgesinnte zusammenfanden: die tüchtige Kaja, die besonnene Lith, der wissbegierige Tehlar, die kluge Anne, der fleißige Ulrich, der kräftige Arnold und der tatkräftige Xaver. Jeder von ihnen hatte über viele Monde hinweg erkannt, dass zahlreiche Handwerker zwar emsig ihrem Tagewerk nachgingen, doch selten gemeinsam wirkten. Wissen blieb oft hinter Werkstatttüren verborgen, Lehrlinge fanden nicht immer den rechten Rat, und das alte Handwerkshaus stand allzu häufig still und verlassen, obgleich seine Mauern einst von regem Leben erfüllt gewesen waren.

So versammelten sich die sieben an einem lauen Sommerabend in geselliger Runde. Auf schweren Holztischen standen Krüge voll kühlen Bieres, Wein in Hülle und Fülle und allerlei andere Getränke. Kerzen und Öllampen warfen warmes Licht auf die Gesichter der Anwesenden, während durch die geöffneten Fenster das leise Zirpen der Grillen hereindrang. Lange saßen sie zusammen, tranken auf Freundschaft und tauschten ihre Gedanken aus. Sie sprachen von vergangenen Zeiten, als Meister und Lehrlinge ihr Wissen offen miteinander teilten. Sie sprachen von Gemeinschaft, von gegenseitiger Hilfe und von dem Wunsch, dem Handwerk in Bajard neuen Glanz zu verleihen.
Schließlich erhob sich Xaver und sprach:
„Was nützt das größte Wissen, wenn es hinter verschlossenen Türen verbleibt? Lasst uns einen Ort schaffen, an dem jeder Handwerker willkommen ist – einen Ort des Lernens und Lehrens, des Austausches und der Gemeinschaft.“

Zustimmendes Nicken ging durch die Runde. Lith fügte hinzu:
„Nicht nur Meister sollen dort lehren – auch die Lernenden sollen fragen dürfen, ohne Scheu und ohne Furcht.“
Tehlar sprach von Vorträgen und Zusammenkünften, bei denen erfahrene Handwerker ihr Wissen weitergeben würden. Anne schlug vor, das alte Handwerkshaus wieder regelmäßig zu öffnen und mit Leben zu füllen. Ulrich dachte an gemeinsame Arbeiten und Hilfen für das Dorf, während Arnold die Bedeutung des offenen Miteinanders betonte. Schließlich sprach Xaver von Zusammenhalt und davon, dass wahre Stärke nicht allein aus Geschick erwächst, sondern aus Gemeinschaft.
Je weiter die Nacht voranschritt, desto klarer wurde ihr Vorhaben. Und so beschlossen sie einstimmig die Gründung einer neuen Gemeinschaft: das Haus des Goldenen Handwerks.

Es sollte ein Ort sein, an dem Meister, Gesellen, Lehrlinge und interessierte Bürger zusammenkommen konnten. Ein Ort für Vorträge, Lehrstunden und gemeinsames Wirken. Ein Ort, an dem Erfahrungen geteilt und Fertigkeiten weitergegeben würden. Ein Ort, an dem man gemeinsam lachte, plante und schuf.
Zugleich gelobten die Gründer, das alte Handwerkshaus Bajards neu zu beleben. Regelmäßig sollten dessen Türen geöffnet stehen, auf dass Reisende, Handwerker und Dorfbewohner dort Rat, Gemeinschaft und Wissen finden mögen.

Als die Entscheidung gefallen war, erhoben die Sieben ihre Krüge.

„Auf das Handwerk!“, rief Ulrich.
„Auf die Zusammenkunft!“, ergänzte Arnold.
„Auf die Gemeinschaft!“, antwortete Anne.
„Auf Bajard!“, schloss Xaver.


Und so erklangen ihre Stimmen durch die milde Sommernacht, während über den Dächern des Dorfes die Sterne funkelten.
Von jenem Abend an begann eine neue Zeit für Bajard. Die Feuer in den Werkstätten brannten heller, die Türen standen häufiger offen, und immer mehr Menschen fanden ihren Weg in die Gemeinschaft des Hauses des Goldenen Handwerks.

So wird noch heute erzählt, dass in einer warmen Sommernacht – bei Bier, Wein und guter Gesellschaft – sieben entschlossene Seelen den Grundstein für etwas schufen, das weit mehr war als nur eine Gilde.
Sie schufen ein Zuhause für das Handwerk, für das Wissen und für die Gemeinschaft – zum Wohle Bajards und aller ehrbaren Schaffenden in Gerimor.